Nach jüdischem Verständnis sind Friedhöfe ein „Haus für die Ewigkeit"; Gräber gelten als unantastbar. Daher ist das einheitliche Bild der alten, gut proportionierten Grabstelen unter großen Bäumen, das man auf den meisten christlichen Friedhöfen nicht findet, so überzeugend. Von den „guten Orten", wie sie im Jüdischen auch bezeichnet werden, geht eine beruhigende Stille und weihevolle Würde aus.

Die Düsseldorfer Fotografin Maren Heyne dokumentiert mit ihren schwarz-weißen und farbigen Fotografien jüdische Friedhofsanlagen und Grabmäler auf dem Gebiet der ehemaligen preußischen Rheinprovinz. Sie fotografierte an etwa sechzig Orten vom Niederrhein bis zur Mosel, zwischen Kleve im Norden, Trier im Westen und dem ehemaligen Fürstentum Meisenheim im Süden.

Maren Heyne ging es bei ihrer Arbeit nicht nur um Erinnerung an die letzten sichtbaren Stätten jüdischer Verwurzelung in Deutschland. Es ist ihr auch gelungen, die charakteristische Ausstrahlung und Stimmung dieser würdevoIlen Orte in ihren Fotos einzufangen
.